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Inspiration 29

Jemand muss zuhause sein

Jemand muss zuhause sein wenn ER kommt.
Jemand muss ihn erwarten an der Tür.
Und jemand muss singen wenn Er kommt -
Ihn kommen sehen und singen, das ist unser Dienst,
damit die Freude einziehen kann in die Herzen der Menschen,
damit Er Wohnung nehmen kann in uns
in allen Menschen, die sich sehnen nach Licht und Frieden.
Lasst uns singen und hoffen und Ihn erwarten.
nach Silja Walter
Magdalena Burtscher, Marul

Gedanken einer Kerze

Du hast mich angezündet und schaust in mein Licht. Aufmerksam nimmst du meine hellen Strahlen auf, mein lebendiges Flackern, meine Wärme. Ich freue mich, dass ich für dich brennen darf. Wenn ich brenne, beginne ich zu leben. Ein wenig habe ich gezittert, als du das Streichholz in die Hand genommen hast. Ich kannte meine lichtlose Einsamkeit, auch wenn ich mich stumpf und nutzlos fühlte in meiner düsteren Schachtel.

Jetzt ist der Funke übergesprungen, ich bin zum Leben erwacht. Ich brenne für dich mit allem, was ich bin. Ich verschenke mein Leben, gebe alles, was ich habe. Und ich gewinne mich selbst dabei.
Denn in deinem Herzen erkenne ich meinen Wiederschein. In deiner Freude finde ich zu meiner Schönheit, zu meinem eigenen leuchtenden Herzen.

So ist es auch mit euch Menschen. Ihr solltet nicht ängstlich darauf bedacht sein, alles zu bewahren. Nur wer sich selbst verschenkt wird reicher. Je mehr ihr für andere brennt, umso lichter wird es in euch. Lasst euch von einer kleinen Kerze Mut machen.

Renate, Wolfurt

Wach sein


Wach sein,
das Leise hören,
das Kleine sehen,
das Feine spüren,
das Wesentliche sagen.

Wach sein,
einen Schritt wagen,
die Hand anbieten,
liebevoll fördern,
behutsam fordern.

Wach sein,
das Einfach lernen,
weil es so schwierig ist.

Max Feigenwinter
Ruth Greber

Advent

Warten
auf harten Sesseln,
in kalten Wartesälen –
oder in weichen Polstern
und gemütlichen Räumen –
macht wenig Unterschied.

Warten ist immer
Hart,
kalt,
ungemütlich.

Erwarten kann manchmal
im kältesten Winter,
im strömenden Regen
etwas Schönes sein.

Ein freundliches Mädchen
kann den kältesten Schnee schmelzen lassen
und die Nässe des Regens trocknen –
würde der Romantiker sagen.

Einmal im Jahr
spielen wir alle
warten und Erwarten –

Sitzen im Licht
und schließen die Augen,
als säßen wir im Dunkel –

sind erwachsen
und schließen die Augen,
als wären wir Kinder –

sind erlöst
und schließen die Augen,
als wären wir unterdrückt –

wissen seine Gegenwart
und schließen die Augen,
als wäre er nicht da.

Dieses Wartezimmer,
in dem wir Warten spielen,
haben wir wohnlich eingerichtet.

Und nun wissen wir nicht mehr:
Warten wir spielend –
oder spielen wir wartend?

Oder: Wer ist wichtiger:
der Wartende –
oder der Erwartete?

Peter Paul Kaspar - Eva, Wien

Weihnacht



Gruss von Paul aus Meiningen

comanitas.com · zuletzt geändert  22. Jul 2005